Informationen für Kameradinnen und Kameraden oder Kolleginnen und Kollegen

Von (psychischen) Einsatzschädigungen betroffene Soldatinnen und Soldaten können sich über die Zeit in ihrem Wesen und Verhalten spürbar verändern.
Da psychische Erkrankungen bei vielen Menschen mit Scham verbunden sind, werden diese bisweilen ignoriert oder verheimlicht. Dies kann wiederum einer frühzeitigen, nötigen und erfolgreichen Behandlung im Wege stehen. In der Zwischenzeit (manchmal kann das Abwarten Jahre dauern) können Karrieren ihren berühmten Knick bekommen oder Freundschaften, Partnerschaften und Familien zerbrechen.
Sie als Kameradinnen und Kameraden oder Kolleginnen und Kollegen merken oft schon sehr früh, dass sich die Einsatzrückkehrerin bzw. der Einsatzrückkehrer verändert hat, dass etwas „nicht stimmt“. Aber Sie wissen nicht, wie man jetzt vorgeht, ob und wem gegenüber man seinen Verdacht äußern darf oder soll?
Sie sollten Ihre Beobachtungen zunächst im kleinen Kreis, diskret und ohne Aufregung untereinander austauschen und abgleichen. Alternativ oder zusätzlich können Sie sich an das Psychosoziale Netzwerk am Standort wenden und Ihre Sorge mit Fachleuten (des Ärztlichen Dienstes, Sozialdienstes, Psychologischen Dienstes und der Militärseelsorge) besprechen, die alle der gesetzlichen Schweigepflicht unterliegen.
Umfangreiche Informationen zum „Umgang mit psychisch und/oder physisch Einsatzgeschädigten in der Bundeswehr“  finden auch Kameradinnen und Kameraden sowie Kolleginnen und Kollegen im hier verlinkten gleichnamigen Initiates file downloadLeitfaden. Dieser Leitfaden soll Sie dazu befähigen, Betroffenen besser und zielgerichteter zu helfen.
Zusätzlich können Sie sich immer auch an das Psychotraumazentrum (PTZ) wenden und sich dort telefonisch und bei Bedarf anonym fachlichen Rat holen. Die Fachärztinnen/ Fachärzte und Psychotherapeutinnen/ Psychotherapeuten kennen die Problematik der Scham und sind erfahren und sensibel genug, um damit professionell umzugehen. Während der regulären Dienstzeiten erreichen Sie das Geschäftszimmer des PTZ unter der Bw-Nr.  90-8202-1621.
Oder schauen Sie sich die kostenlose Smartphone App „CoachPTBS“ des PTZ an und lernen Sie etwas über einsatzbedingte psychische Störungen und den Umgang damit.
Nach Ihrer „Sondierungsphase“ sollten Sie sich dann aber nicht scheuen, mit dem oder der Betroffenen ein offenes Wort zu sprechen. Schildern Sie Ihre Beobachtungen, am besten in Frageform, und bieten Sie Ihre Unterstützung an. Im Zweifelsfall können Sie im Rahmen Ihrer Pflicht zur Kameradschaft immer auch die Vorgesetzten oder die Truppenärztin/ den Truppenarzt bzw. die Truppenpsychologin bzw. den Truppenpsychologen des oder der Betroffenen informieren.
Bei akuten Krisen können Sie rund um die Uhr die Telefonnummer 0800 588 7957 anrufen. Hier ist immer ein Arzt/ eine Ärztin vom Bundeswehrkrankenhaus Berlin für Sie und den Betroffenen oder die Betroffene erreichbar!