Informationen für Betroffene

Sie waren mit der Bundeswehr in einem oder mehreren Auslandseinsätzen und haben den Verdacht, dass Sie eine psychische Einsatzschädigung erlitten haben?

Oder Sie sind bereits wegen einer Einsatzschädigung in Behandlung und möchten sich über die nächsten Schritte und über mögliche Ansprüche gegenüber der Bundeswehr informieren?

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Aktive Soldatinnen und Soldaten

Bitte wenden Sie sich – wie bei allen anderen gesundheitlichen Fragen auch – an Ihre Truppenärztin oder Ihren Truppenarzt. Bei Bedarf kann man dann Fachärzte und Fachärztinnen der Bundeswehr für weiterführende Diagnosen und Behandlungen hinzuziehen und durch das Anlegen eines Wehrdienstbeschädigungsblattes eine Prüfung veranlassen, ob eine Wehrdienstbeschädigung (WDB) vorliegt und dadurch ein Anspruch auf Versorgungsleistungen gegeben ist. Wenn die Soldatin/ der Soldat diesen Wunsch äußert, ist der Truppenarzt/ die Truppenärztin sogar zum Anlegen des WDB-Blattes verpflichtet.
Darüber hinaus sollten Sie Ihre Ansprüche nach dem Einsatz-Weiterverwendungsgesetz (EinsatzWVG) durch die Zentrale Koordnierungs- und Ansprechstelle für Einsatzgeschädigte (ZKAE) prüfen lassen. Dies ist für Einsatzgeschädigte wichtig, weil ohne die Anerkennung der dort geregelten Schutzzeit die Gefahr einer Entlassung wegen Dienstunfähigkeit bestehen kann. Parallel dazu wäre auch ein Antrag zur Prüfung möglicher Versorgungsansprüche aufgrund einer WDB zu stellen. Ist mit einer dauernden gravierenden Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit durch die Einsatzschädigung zu rechnen, können auf Antrag selbst dann weitere finanzielle Entschädigungen gewährt werden, wenn der oder die Betroffene nicht im Dienst verbleibt. Fragen Sie bei Bedarf Ihren zuständigen Sozialdienst der Bundeswehr, ob Sie eventuell Unterstützung von Stiftungen, die der Bundeswehr nahestehen, bekommen können.

Ehemalige Soldatinnen und Soldaten

Ihr aktiver Dienst als Zeit- oder Berufssoldat bzw. -soldatin liegt bereits hinter Ihnen. Der Verdacht einer erlittenen Einsatzschädigung lässt Sie aber nicht los. Bitte nehmen Sie Verbindung zur ZKAE oder zum Sozialdienst der Bundeswehr auf. Dort werden Sie umfassend beraten, und es kann ein Termin zur Untersuchung durch Fachärzte der Bundeswehr vereinbart werden.
Bereits ausgeschiedene Soldatinnen auf Zeit und Soldaten auf Zeit haben bei Vorliegen einer Einsatzschädigung Ansprüche auf Leistungen nach dem EinsatzWVG. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie auch wieder in die Bundeswehr eingestellt werden, wenn eine Einsatzschädigung erst nachträglich erkannt wird.
Weitere Versorgungsansprüche aufgrund einer WDB oder die Gewährung weiterer finanzieller Entschädigungen wären dann ebenfalls zu prüfen. Fragen Sie bei Bedarf beim Sozialdienst der Bundeswehr nach, ob Sie eventuell Unterstützung von Stiftungen, die der Bundeswehr nahestehen, bekommen können.
Unabhängig von einem Antrag nach dem Einsatz-Weiterverwendungsgesetz (EinsatzWVG) kann beim Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) ein Antrag auf Versorgungsleistungen aufgrund einer (WDB) gestellt werden. Dabei kommen - je nach Einzelfall - verschiedene Geld- und Sachleistungen (zum Beispiel Renten, Zuschüsse, Heilbehandlung, Bade- und Erholungskuren, Pflegedienste, Hör-, Seh- und Gehhilfen, Prothesen, orthopädische Hilfsmittel, Hilfen für besondere Lebenslagen) in Betracht, die teilweise nur von der Schwere der Einsatzschädigung und teilweise auch von anderen Faktoren (zum Beispiel Einkommen, Vermögen, Familienstand) abhängig sind. Ferner wären Ansprüche auf weitere finanzielle Entschädigungen zu prüfen."

Reservistendienst Leistende

Wenn Sie nach Ihrer Reservistendienstleistung den Verdacht auf eine erlittene Einsatzschädigung haben, nehmen Sie bitte Verbindung zur ZKAE oder zum Sozialdienst der Bundeswehr auf. Dort werden Sie umfassend beraten, und es kann ein Termin zur Untersuchung durch Fachärzte der Bundeswehr vereinbart werden.
Ihre Ansprüche gegenüber der Bundeswehr nach Einsatzschädigung oder aufgrund einer WDB sind vergleichbar mit denen von ehemaligen Soldatinnen und Soldaten. Die Gewährung weiterer finanzieller Entschädigungen richtet sich nach Ihrer Reservistendienstleistung. Fragen Sie bei Bedarf beim Sozialdienst der Bundeswehr nach, ob Sie eventuell Unterstützung von Stiftungen, die der Bundeswehr nahestehen, bekommen können.

Beamtinnen und Beamte der Bundeswehr

Als Beamtin und Beamter der Bundeswehr, die/ der einen Auslandseinsatz der Bundeswehr im Soldatenstatus begleitet hat, wenden Sie sich bei Verdacht auf eine Einsatzschädigung an den zuständigen Personal- oder den Betriebsärztlichen Dienst Ihrer Dienststelle.
Für Sie erfolgt die Behandlung grundsätzlich im zivilen Gesundheitswesen (ambulant durch Haus- und Fachärzte bzw. Haus- und Fachärztinnen, stationär in zivilen Kliniken und Krankenhäusern – ggf. auch Bundeswehrkrankenhäusern).
Parallel sollten Sie einen Antrag auf Übernahme in die Schutzzeit nach dem EinsatzWVG stellen, um zu verhindern, dass Sie wegen Dienstunfähigkeit entlassen werden. Zuständig für die Anerkennung von Dienst- und Einsatzunfällen sowie die Bearbeitung von Anträgen für Leistungen der Dienstunfallfürsorge und Anträgen nach dem EinsatzWVG sind die personalbearbeitenden Dienststellen. Ihre Versorgung richtet sich nach den Vorgaben des Beamtenversorgungsgesetzes (BeamtVG). Das weitere Procedere sowie Ihre eventuellen Ansprüche auf weitere finanzielle Entschädigung erläutert Ihnen der Sozialdienst der Bundeswehr.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Initiates file downloadLeitfaden „Umgang mit psychisch und/oder physisch Einsatzgeschädigten in der Bundeswehr“ im Kapitel 5.2 (Seite 33).

Tarifbeschäftigte der Bundeswehr

Tarifbeschäftigte der Bundeswehr, die einen Auslandseinsatz der Bundeswehr im Soldatenstatus begleitet haben, verfahren bei Verdacht auf eine Einsatzschädigung wie Beamtinnen und Beamte.
Auch Ihnen wird geraten, einen Antrag auf Übernahme in die Schutzzeit nach dem EinsatzWVG zu stellen, um zu verhindern, dass Sie zwischenzeitlich wegen Arbeits- oder Erwerbsunfähigkeit entlassen werden.
Fragen zu ihrer Versorgung und Ansprüche auf weitere finanzielle Entschädigung erläutert Ihnen der Sozialdienst der Bundeswehr. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Initiates file downloadLeitfaden „Umgang mit psychisch und/oder physisch Einsatzgeschädigten in der Bundeswehr“ im Kapitel 5.2 (Seite 33).