Während des Einsatzes

Die Maßnahmen in der Einsatzbegleitung unterteilen sich in die „Psychologische Selbst- und Kameradenhilfe“ und die Hilfe durch Vorgesetzte sowie in die „Hilfe durch Fachkräfte“.

Ziel aller Maßnahmen ist die Stabilisierung der Soldaten im Einsatzraum und der Verbleib der Betroffenen in ihren Einheiten sowie die frühzeitige Wiedereingliederung in den Dienstbetrieb.

Truppenärzte (TrÄrzte) und Truppenpsychologen (TrPsych) werden in der Regel durch Vorgesetzte der betroffenen Einheiten über ungewöhnliche und extrem belastende Ereignisse informiert. Sie verschaffen sich nach fachlichem Ermessen und ggf. auch ohne besondere Aufforderung einen Überblick über die psychische Verfassung betroffener Soldaten und schlagen den zuständigen Vorgesetzten erforderliche Maßnahmen, ggf. auch den Einsatz eines Kriseninterventionsteams (KIT, s. Nr. 4.4) vor. TrÄrzte und TrPsych arbeiten hierbei eng zusammen und führen bei Bedarf und in enger Abstimmung mit den verantwortlichen militärischen Führern Maßnahmen zur Unterstützung der Belastungsbewältigung durch.

Um einzelne Soldaten oder Teileinheiten, die extremen psychischen Belastungen ausgesetzt waren, vor der Gefahr daraus resultierender posttraumatischer Belastungsstörungen zu schützen, kann es zweckmäßig sein, Möglichkeiten zu schaffen, diese herauszulösen und an einer Kurzerholungsmaßnahme (Recreation-Center (RecC)) in einem einsatznahen Raum teilnehmen zu lassen. Dort haben sie Gelegenheit, sich für die Dauer von einigen Tagen unter Anleitung systematisch zu regenerieren.

Bleiben diese Interventionsmaßnahmen erfolglos, werden die Betroffenen in Einrichtungen des Sanitätsdienstes mit fachärztlicher / psychotherapeutischer Untersuchungs- und Behandlungskapazität verlegt, gegebenenfalls werden sie ins Heimatland zurückgeführt und dort durch Fachärzte und Psychologische Psychotherapeuten insbesondere an den Bundeswehrkrankenhäusern versorgt.