Nach dem Einsatz

Etwa vier bis sechs Wochen nach der Rückkehr aus Einsätzen wird im Rahmen der truppenärztlichen Befragung auch ein Screeningverfahren (PTSS-10) angewandt. Dadurch können besonders belastete Soldaten identifiziert und notwendige Interventionsmaßnahmen eingeleitet werden. Details hierzu sind in der Fachdienstlichen Anweisung des Inspekteurs des Sanitätsdienstes (FA InspSan - AU Nr. 80) D 40.01 - Auslandsdienstverwendungsfähigkeit - geregelt. Das Sanitätsamt der Bundeswehr (SanABw) sammelt die anonymisierten Fragebögen und wertet sie aus.

Als weitere Maßnahme nehmen grundsätzlich alle Soldaten etwa sechs bis acht Wochen nach der Rückkehr an Einsatznachbereitungsseminaren teil, die von der Truppe organisiert und von hierfür u.a. am Zentrum Innere Führung ausgebildeten Moderatoren durchgeführt werden. Besonders belastete Einheiten können bei Bedarf durch Fachpersonal unterstützt werden. Dieses in der Regel psychologische Fachpersonal kann über Streitkräfteamt, Gruppe Wehrpsychologie (SKA - Grp WPs), angefordert werden.

In den Einsatznachbereitungsseminaren von Teilnehmern geäußerten Wünsche nach weitergehenden Einzelgesprächen und Partnerberatungen werden über den zuständigen Truppenarzt / Truppenpsychologen an geeignete Einrichtungen innerhalb und ggf. außerhalb der Bundeswehr vermittelt.

Bei Bedarf organisiert die Truppe auch Nachbereitungsseminare, an denen die Soldaten zusammen mit ihren Familienangehörigen / Lebenspartnern teilnehmen. Diese Seminare werden erforderlichenfalls von geeignetem Fachpersonal (Psychologen, Militärseelsorgern, Ärzten, Sozialarbeitern) unterstützt.

Darüber hinaus können Soldaten, die im Zusammenhang mit den internationalen Einsätzen der Bundeswehr besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt waren, an einer Präventivkur als Maßnahme der vorbeugenden Gesundheitsfürsorge teilnehmen, um im Rahmen eines Erholungskonzeptes im vortherapeutischen Bereich systematisch zu regenerieren, die besonderen Belastungen zu verarbeiten und damit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) vorzubeugen.

Die psychotherapeutische Versorgung psychisch erkrankter Soldaten wird durch Fachärzte für Psychiatrie bzw. Psychotherapeutische Medizin und durch Psychologische Psychotherapeuten unter anderem an den Bundeswehrkrankenhäusern sichergestellt. Neben ambulanten und stationären fachärztlichen Behandlungsmöglichkeiten mit psychotraumatologischer Ausrichtung schafft der SanDstBw an einem Bundeswehrkrankenhaus spezielle psychotraumatologische Untersuchungs- und Behandlungskapazität als Schwerpunkteinrichtung für dieses Aufgabengebiet, zu deren Aufgaben neben Diagnostik und Therapie auch deren Weiterentwicklung sowie eine Begleitforschung gehören.

Psychische Folgeschäden können auch mit einem großen zeitlichen Abstand zur Beendigung eines Einsatzes auftreten. Daher wird hier ausdrücklich auf die im Rahmenkonzept zur Bewältigung psychischer Belastungen von Soldaten vorgeschriebenen Maßnahmen zur Befragung und Information ehemaliger Soldaten (Veteranen), die an Einsätzen teilgenommen haben, hingewiesen.